Dieselfahrzeuge

 

(eine Wahrheit zum Schmunzeln)

 

Als ich den Führerschein für Lastzüge mit einem Gesamtgewicht von maximal 40 Tonnen gemacht habe, habe ich über Fahrzeuge mit Dieselmotoren das Folgende gelernt:

 

Zuerst muß man den Knopf, den Schalter oder die Handhabung des Zündschlüssels finden, womit man die Zylinder des Motors mit den Glühkerzen auf die Temperatur bringt, bei der sich der Treibstoff bei der Kompression durch die Kolben entzünden kann. Dieses sogenannte Vorglühen darf nicht zu lange dauern, sonst reicht die Kapazität der Batterie nicht mehr für den Anlasser. Ist das Vorglühen zu kurz, springt der Motor nicht an, der Auspuff stinkt und die Batterie ist ebenfalls leer. Wenn sich der Motor dreht, muß er sich warm laufen, sonst geht er beim Anfahren aus. Beim Anhalten zum Aus- oder Beladen oder zum Frühstück sollte man den Motor laufen lassen, weil man nicht weiß, ob die Batterie schon wieder soweit geladen ist, daß man wieder starten kann (auch wenn die Anwohner fast ersticken). Nur bei Motoren älterer Traktorentypen der Fa. Lanz ist das etwas anders. Der Zylinder des Einzylinder-glühkopfmotors muß mit einer Lötlampe auf Temperatur gebracht werden, ehe der Motor mit dem „umsteckbaren Steuerrad“ an der Schwungmasse angeworfen werden kann. Auch läßt man den Motor während der ganzen Betriebszeit am Tage laufen. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, wie man den Motor z. B. an Bahnschranken schnell wieder startet. Dafür läuft der Motor mit Rohöl und Bioöl problemlos. Er braucht auch keinen Bleiakkumulator, was besonders im Winter sehr vorteilhaft ist.

 

Im Winter sollte man das steife Öl in den Lagern durch Durchdrehen des Motors mit der Kurbel  „weichdrehen“. Manchmal helfen in heißes Wasser getauchte Tücher, die über den Motorblock gelegt werden, oder eine Wärmequelle unter dem Motorblock, das Öl zu erwärmen und damit dünnflüssiger zu machen.

 

Einen Lastwagen oder Omnibus fährt man fast immer mit dem zweiten Gang an. Der erste Gang ist nur für langsames Rangieren, das Überwinden von schwierigem Gelände, oder zum Anfahren mit maximal beladenem Fahrzeug da.

 

Von einem niederen Gang in den nächsthöheren schaltet man, indem man die Kupplung tritt,

in den Leerlauf schaltet, die Kupplung wieder losläßt und wartet bis sich die Drehzahl des Motors soweit verringert hat, daß sie bei der vorhandenen Fahrzeuggeschwindigkeit dem einzulegenden Gang entspricht. Dann tritt man das Kupplungspedal wieder durch und legt den Gang ein.

 

Von einem höheren Gang in einen niederen kann man nur mit „Zwischengas“ schalten, d. h. man tritt die Kupplung durch, schaltet in den Leerlauf  und läßt das Kupplungspedal los. Jetzt gibt man kurz Gas, um die Motordrehzahl auf die Höhe zu bringen, die für den einzulegenden Gang bei der vorhandenen Fahrzeuggeschwindigkeit erforderlich ist. Dann tritt man das Kupplungspedal wieder durch und legt den Gang ein. Der Schaltvorgang wird dann begonnen, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit dem einzulegenden Gang entspricht auch wenn man vom vierten auf den zweiten Gang schalten muß.

 

Das Schalten erfordert Zeit, und das wiederum bedeutet, bergauf oder bergab muß immer rechtzeitig vor dem Beginn der Steigung oder der Neigung ein niederer Gang eingelegt werden. Bergauf könnte das Fahrzeug sonst während des Schaltens zum Stillstand kommen. Das Anfahren am Berg ist bekanntlich schwer besonders mit einem voll beladenen Lastzug. Schlimmer ist es, wenn das Fahrzeug im Lehrlauf bergab immer schneller wird, denn dann ist es unmöglich einen niederen Gang einzulegen, weil der Motor die erforderliche hohe Drehzahl durch Zwischengas nicht erreicht. Die Trommelbremsen halten das Fahrzeug dann auch nicht mehr und erhitzen sich unzulässig. Der Motor ist auf langen Talfahrten eine sichere Bremse. Muß man trotzdem bergab schalten, zieht man die Handbremse leicht an, um die Geschwindigkeit des Fahrzeuges während des Schaltvorganges konstant zu halten.

 

Auf keinen Fall darf man den letzten Rest vom Treibstoff im Tank verbrauchen bis das Fahrzeug stehen bleibt. Nach dem Nachfüllen von Dieselöl müßte sonst die Treibstoffleitung in einer umständlichen Prozedur entlüftet werden, damit die Treibstoffzufuhr wieder gewährleistet  ist.

 

Wie schaltet man einen Dieselmotor aus? (Die Benzinmotorfahrer wissen es meistens nicht.)

Man fährt mit dem rechten Fuß unter das Gaspedal und drückt das Pedal über einen Druckpunkt hinweg nach oben!

 

Lastwagen haben ein großes Lenkrad, dessen Radius die erforderliche Hebellänge darstellt, die nötig ist, die Lenkung mit den Händen zu betätigen. Einschlagen kann man nur, wenn sich das Fahrzeug bewegt!   

 

Jetzt habe ich mir bei der Fa. Diehn in Tasdorf einen „Picasso HDI 110“ gekauft, dessen Leichtlaufdieselmotor vier Ventile pro Zylinder hat. Da ist das Obenstehende alles nicht mehr wahr.