Wie funktioniert eine Wünschelrute?

 

Um die Fundamente einer Kirche bei Rom, die an der Oberfläche nicht mehr sichtbar war zu finden, benutzte man eine empfindliche Sonde für das Erdmagnetfeld. Sie wurde, wegen der magnetischen Eigenschaften, auf einen hölzernen Wagen montiert, der rasterförmig über das in Frage kommende Gelände geschoben wurde. Der Erfolg der Untersuchung zeigt, daß das erdmagnetische Feld durch Dichteschwankungen im Boden meßbar beeinflußt wird. Bei Vögeln und Fischen konnte die Sinneswahrnehmung von magnetischen Feldern nachgewiesen werden. Beim Menschen ist nur der folgende Versuch bekannt:

 

Man legt die Oberarme an den Körper an und streckt die Unterarme waagerecht nach vorn. Die Drehung der Unterarme ist nicht mit einer Veränderung der potentiellen Energie (wie bei einer Auf- oder Abwärtsbewegung ) verbunden, deshalb wird sie besonders leicht durchgeführt. Die Intensität einer Bewegung ist von der Anzahl der gereizten motorischen Nerven abhängig. Eine Beeinflussung der Reizung durch das Erdmagnetfeld ist normalerweise unterschwellig und wird nicht wahrgenommen. Mit einem mechanischen Zeiger, der Wünschelrute, kann diese sichtbar gemacht werden. Dieses mechanische Hilfsmittel kann die Form einer Astgabel haben, die in beide Hände genommen wird, oder eines rechtwinklig abgebogenen Drahtes der mit einer Hand gehalten wird.

                             

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Astgabelform zeigt, daß sich die Unterarme entgegengesetzt drehen, d. h. von innen nach außen oder außen nach innen. Die abgespreizten Teile der Astgabel liegen innen auf den Daumen auf und werden außen durch die kleinen Finger gehalten.

 

 

Wenn sich bei der Drehung der Arme die kleinen Finger nach unten bewegen, wird der „Zeiger“ der Astgabel nach oben gedrückt.

 

 Das kurze senkrechte Stück des rechtwinklig abgebogenen Drahtes nimmt man locker in die Faust. Das lange waagerechte Drahtstück schlägt bei einer Drehung des Armes auf Grund seines Gewichtes nach links oder rechts aus. (Es ist viel länger, als in der Abbildung gezeigt wird.)

 

 

 

Der Wünschelrutengänger Ehrenfried Scheller hat bereits in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Jena und Naumburg gearbeitet. Er hatte sich schließlich soweit sensibilisiert, daß er die Drehung des Unterarmes spürte und keine Rute mehr brauchte.

 

Wasser wird dadurch gefunden, daß es an Grenzflächen z. B. von Fels und Sand, wo auch eine Veränderung des Erdmagnetfeldes vorhanden ist, entlang fließt. Es findet keine Wechselwirkung zwischen Wasser und dem Erdmagnetfeld statt.

 

Interessant sind auch Stellen unter der Erdoberfläche, wo sich z. B. Nickelerz befindet, was magnetisch hochpermeabel ist, wie bei St. Egidien. Dort wird nicht nur das Erdmagnetfeld stark verändert, sondern es verstummen auch Mittelwellenradios, während man darüber fährt.

 

Da erinnert man sich an Berichte, daß es Stellen auf Landstraßen geben soll, wo sich auf gerader Strecke Unfälle häufen. Manche Beobachter bringen diese Unfälle in Zusammenhang mit Veränderungen im erdmagnetischen Feld. In Auswertung der Erfahrung mit dem Wünschelrutengehen kann es eigentlich nicht sein, daß ein unterschwelliger motorischer Reiz ein Verreißen des Steuerrades hervorruft. Es könnte nur sein, daß ein solcher Reiz eine nervöse Bewegung infolge einer Muskelanspannung in einer langfristigen unbequemen Haltung auslöst, wenn man das Steuer nur mit einer Hand hält. Dazu kann man nur den Rat geben, den Fahrersitz optimal bequem einzustellen und immer beide Hände am Steuer zu haben.

 

Dazu kann man einen Versuch machen: Sie zeichnen oder retuschieren am Computer mit der Maus längere Zeit. Dabei bedient der Zeigefinger die linke Maustaste und der Mittelfinger schwebt lange Zeit über der rechten Maustaste. Es kommt der Zeitpunkt, wo der Mittelfinger durch die Ermüdung kräftig auf die rechte Taste herabstößt, ohne daß Sie das verhindern können.